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 Sonderausstellung mit Werken von Renoir bis Moore in der Kunststätte Bossard

Kunststätte Bossard
Bossardweg 95
21266 Jesteburg

Web:  http://www.bossard.de
Die kulturelle Landschaft im Landkreis Harburg und darüber hinaus wird durch eine Attraktion reicher: Erstmals werden an der Kunststätte Bossard in Jesteburg-Lüllau im Rahmen einer hochkarätigen Ausstellung Kleinplastiken so bedeutender Künstler wie Ernst Barlach, Käthe Kollwitz, Aristide Maillol, Marino Marini, Henry Moore, Auguste Renoir, Karl Schmidt-Rottluff und Renée Sintenis zu sehen sein. Kuratorin der Ausstellung ist die Direktorin der Kunststätte, Dr. Gudula Mayr, die im August vergangenen Jahres die Leitung des Hauses unter anderem mit dem Ziel übernommen hatte, das Museum als eigenständige Kulturinstitution auch über die Landkreisgrenzen hinaus weiter zu etablieren. „Wir freuen uns sehr, nun diese hochwertigen Leihgaben hier zu zeigen und mit dieser Ausstellung zur Belebung der kulturellen Landschaft im nördlichen Niedersachsen beitragen zu dürfen“, sagte Dr. Gudula Mayr am Freitag,  4. Juni, im Rahmen einer Pressekonferenz.

„Von Renoir bis Moore – Kleinplastiken aus der Nationalgalerie Berlin an der Kunststätte Bossard“, so lautet der Titel der Ausstellung, die am 25. Juni eröffnet und bis zum 24. Oktober 2010 zu sehen sein wird. Die Exponate sind Leihgaben der Nationalgalerie Berlin. Den Kleinplastiken werden ausgewählten Bronzen und Keramiken Bossards gegenübergestellt. So eröffnen sich neue Perspektiven auf das bildhauerische Werk des Künstlers, der sich mit der Kunststätte – ein Gesamtkunstwerk aus Malerei, Bildhauerei, Architektur und Gartenkunst – gemeinsam mit seiner Frau Jutta einen Lebenstraum erfüllte.

„Mit dieser Ausstellung ist ein großer Wurf gelungen. Ich bin mir sicher, dass es ein besonderes Erlebnis für alle Kunstinteressierten ist – sicherlich eine der spannendsten Kunstausstellungen hier im Landkreis seit vielen Jahren und vielleicht auch für viele Jahre“, sagte der Stiftungsratsvorsitzende der Kunststätte Bossard, Landrat Joachim Bordt.

„Ehrlich gesagt, als Frau Dr. Mayr das erste Mal die Idee für diese Ausstellung vorbrachte, haben wir alle nicht so recht daran geglaubt, dass dies gelingen könnte. Denn erstens stellt sich natürlich die Frage, ob man überhaupt an diese Ausstellung herankommt – man muss als Museum schon einen gewissen Ruf haben und auch wissenschaftliches Renommee spielt eine Rolle“, so Joachim Bordt weiter. Zweitens müsse eine solche Ausstellung auch finanziert werden. Ein besonderer Dank gelte deshalb nicht nur der Museumsleiterin, die die Herausforderung hervorragend gemeistert habe, dieses „Kunst-Highlight“ nach Jesteburg zu holen. Bordt richtete seinen Dank auch an die Staatlichen Museen zu Berlin, die Stiftung Niedersachsen, die EWE-Stiftung und die Niedersächsische Sparkassenstiftung, ohne deren großzügige Unterstützung die Ausstellung „nur ein schöner Traum“ geblieben wäre.

Die Kleinplastiken aus der Nationalgalerie Berlin, die den Werken Bossards gegenüber stehen,  zeigen die Entwicklung der Bildhauerkunst zu Lebzeiten Johann Michael Bossards (1874-1950). Um und nach 1900 schuf Bossard Kleinbronzen im Geiste des ausgehenden Historismus und des Jugendstils. 1906 erzielte er auf einer Berliner Ausstellung einen Aufsehen erregenden Erfolg, kurz darauf wurde er an die Staatliche Kunstgewerbeschule in Hamburg berufen. Seit den 20er Jahren schuf er auch stilistisch eigenwillige, organische Kleinplastiken aus Keramik.

„Am glücklichsten ist Bossard in seinen kleinen Bronzen, die einen liebenswürdigen Humor zeigen“, schrieb  die „Deutsche Zeitung“ im Oktober 1906 anlässlich einer Ausstellung von Bossard-Werken im Berliner Kunstsalon Keller und Reiner. Und im März 1912 war anlässlich einer Schau im Hamburger Museum für Kunst und Gewerbe in den „Hamburger Nachrichten“ zu lesen: „Unter [seinen] Kleinplastiken sind einige Werke, die ich den besten Leistungen in dieser Kunst aus der letzten Zeit an die Seite stelle. Überall, wo Bossard sich dazu zwingt, die Phantasie in reine Formempfindung umzusetzen oder aufzulösen, gelingt ihm der Wurf. Welch reizendes Werkchen ist nicht der Kugelwerfer!“

Johann Michael Bossards Werk wissenschaftlich weiter aufzuarbeiten, liegt der Direktorin Mayr am Herzen. Ein erster Meilenstein auf diesem Weg ist nun erreicht: Begleitend zur Sonderausstellung wird auch ein Katalog erscheinen, der sich speziell den Kleinplastiken Bossards widmet und sie in die Entwicklung der Bildhauerkunst einordnet – so wie sie auch in den Leihgaben aus Berlin deutlich wird. „Bei der Konzeption der Ausstellung ging es uns zudem darum, nicht nur die bekannten männlichen Bildhauer in den Fokus zu rücken, sondern auch zu zeigen, was Bildhauerinnen geschaffen haben“, sagt die Kunsthistorikerin Mayr. Ein Beispiel dafür seien die zahlreichen Exponate der Bildhauerin Renée Sintenis, die zu den bemerkenswertesten Künstlerinnen der Weimarer Republik zählte.

 

DATEN ZUR SONDERAUSSTELLUNG:

„Von Renoir bis Moore. Kleinplastiken aus der Nationalgalerie Berlin an der Kunststätte Bossard“: 25. Juni bis 24. Oktober 2010 – Bossardweg 95 – 21266 Jesteburg – Telefonnummer (0 41 83) 51 12 – info@bossard.de – www.bossard.de.

Öffnungszeiten: 10-18 Uhr (montags geschlossen). Eintritt: 7 Euro, Besucher unter 18 Jahren haben freien Eintritt. Am Sonnabend, 26. Juni 2010, ist die Kunststätte Bossard zusätzlich von 19-24 Uhr im Rahmen der Museumsnacht geöffnet. Parallel zur Sonderausstellung gibt es auch ein umfangreiches Kreativ-Programm mit dem Schwerpunkt Bildhauerei und plastisches Gestalten.



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